Beteiligungsverfahren Lorettowiese:  Modifiziertes Jugendprojekt wird umgesetzt

29. Oktober 2013

Beteiligungsverfahren Lorettowiese: Modifiziertes Jugendprojekt wird umgesetzt

Nach Abschluss eines einjährigen Beteiligungsverfahrens wird die Bezirksvertretung Floridsdorf in ihrer nächsten Sitzung am 6. November 2013 eine Erweiterung der Lorettowiese um einen Jugendspielbereich, der großteils an die Wünsche der AnrainerInnen angepasst wurde, mehrheitlich mit Stimmen von SPÖ, ÖVP, Grünen und der unabhängigen Bezirksrätin Mayrhofer beschließen.

Das Projekt kostet den Bezirk fast nichts

Das Projekt war ursprünglich Ergebnis eines gemeinsamen Mediationsverfahrens im Jahr 2008 mit starker Bürgerbeteiligung, das notwendig wurde, da auf den ehemaligen Tennisplätzen rund um das Loretto-Schlössl im Floridsdorfer Bezirksteil Jedlesee ein Wohnbau errichtet wurde. Es wurde eine von allen unterschriebene Vereinbarung getroffen, die auch beinhaltete, dass die durch Bescheid vorgegebene Abschlagszahlung der Tennisplätze in der Höhe von 900.000 Euro den Jedleseer Kindern und Jugendlichen in Form eines zusätzlichen Sport- und Spielbereichs zugutekommt.

Das Projekt wurde gemeinsam mit Jedleseer Jugendlichen in einem 2-stufigen Mitbestimmungsmodell für den Standort Lorettowiese geplant und in einer BürgerInnen-Informationsveranstaltung durch das Planungsbüro vorgestellt. Der ursprüngliche Plan enthielt Fußball-, Basketball-, Volleyballplätze, einen Skateplatz, einen neuen Spielplatz und „Chill-Bereiche“ für Jugendliche. Dafür hätte aber eine Hundezone verlegt und ein Parkplatz weichen müssen.

Nach der Präsentation bildete sich umgehend eine neue Bürgerinitiative, die mit dem Projekt nicht einverstanden war. Um diese Bedenken und Ängste wahrzunehmen und zu lösen wurden vier Gesprächsrunden mit mediativen Elementen abgehalten, in denen das Projekt genau vorgestellt, Interessen geklärt, Befürchtungen aufgenommen, Alternativstandorte geprüft und Kompromisse erarbeitet wurden.

Das haben die AnrainerInnen erreicht

Folgende Punkte wurden den Wünschen der AnrainerInnen entsprechend aufgenommen:

  • Die Hundezone wird nicht am geplanten Standort errichtet, sondern bleibt wo sie ist
  • Die Anzahl der Ballspielplätze wurde verringert
  • Der Basketballplatz, der va. ein Problem für die unmittelbaren AnrainerInnen war, kommt weg
  • Die Skateranlage wurde verkleinert, von der Lage her nach hinten verschoben und mit einer Schallschutzwand versehen
  • Ersatzparkplätze werden durch den Bezirk errichtet
  • Fitnessgeräte für ältere Menschen werden vom Bezirk vorgesehen

Somit wurde ein Großteil der Interessen sowohl der Jugendlichen als auch der AnrainerInnen berücksichtigt. Lediglich über den Standort des Skaterplatzes konnte kein Konsens erzielt werden, ein Alternativstandort konnte nicht gefunden werden bzw. wurde ein solcher, der allgemeinen Konsens gefunden hätte, von der Behörde aus rechtlichen Gründen abgelehnt. „Die von der BI vorgeschlagenen Alternativen zur Skateranlage, nämlich 1,5m hohe Bolderwände oder Fitnessgeräte sind für Jugendliche nicht wirklich Alternativen“, erläutern die politischen VertreterInnen die gemeinsamen Anstrengungen eine breite Lösung zu finden.

Eine geräuscharme Skateranlage auf neuestem Stand der Technik

Der Skaterplatz wird nun in einer verkleinerten Variante aus geräuschdämmenden Gussbeton und umgeben von einer L-förmigen drei Meter hohen begrünten Lärmschutzwand, die mit Dämmmaterial befüllt wird, errichtet. Leider war es nicht möglich die besorgten AnrainerInnen davon zu überzeugen, dass eine solche hochtechnische Anlage im Verbund mit dem Umgebungslärm des bereits bestehenden Spielplatzes in einer durchschnittlichen Entfernung von 125 – 250 Metern von den AnrainerInnen nicht zu hören sein wird. „Wir haben uns als politische VertreterInnen auch Skateranlagen angesehen, die direkt neben einem Spielplatz und einer Ballspielanlage liegen. Sobald sich Kinder auf dem Spielplatz oder auf den Ballspielanlagen befinden sind die Geräusche der Skateranlage nicht mehr zu hören. Skater haben nämlich einen Vorteil: Sie schreien nicht“, argumentieren die Vertreter von SPÖ, ÖVP, Grüne und die unabhängige Mandatarin.
Die direkt betroffenen wenigen AnrainerInnen werden durch eine nun nochmals erweiterte begrünte Dämmschutzmauer geschützt, zusätzlich ist das ursprüngliche Problem, dass Jugendliche sich auf dem Parkplatz mit ihren Fahrzeugen trafen und dort für Ruhestörungen sorgten, entschärft. Die Skateranlage ist in den Nachtstunden nicht beleuchtet und die verbleibenden Parkplätze werden durch einen Schranken gesichert.

Zusätzliche Maßnahmen

Um die im Grätzel vorherrschende Parkplatznot zu mindern wurde vom Bezirk bereits die Errichtung von zusätzlichen Parkplätzen im öffentlichen Raum in die Wege geleitet. Auch der oft geäußerte Wunsch nach Fitnessgeräten für ältere Menschen in diesem Erholungsbereich wird vom Bezirk aufgenommen und realisiert. „Unsere Stadt und auch der Bezirksteil Jedlesee wachsen. Nachdem wir nicht nur Schlafstädte wollen, halten wir es für richtig Infrastruktureinrichtungen für alle Altersgruppen vor Ort bei den Menschen zu errichten. Die Lorettowiese ist eine seit Jahrzehnten gut angenommene Einrichtung, die auch bisher nicht ein Hort der Ruhe war. Nun wird diese in einem umsichtigen Kompromiss erweitert und angepasst“, plädieren die unterstützenden PolitikerInnen für mehr Verständnis füreinander. „Es gibt viele Jugendliche hier in Jedlesee, die sich einen Skaterplatz wünschen. Die Bedürfnisse der jungen Leute dürfen nicht unter den Tisch fallen“, sind sich die PolitikerInnen einig.

Entscheidung wird im Bezirksparlament getroffen

Bei allem Verständnis für die noch immer vorhandenen Befürchtungen und Sorgen mancher AnrainerInnen, dürfen wir Ihnen dennoch versichern, dass es sich hierbei weder um ein undemokratisches Verhalten noch um eine unzumutbare Lärmbelästigung handelt, wie oft behauptet wird“ und weiter „Nach gründlicher Abwägung aller Fakten und Interessen sind wir zu dem Entschluss gekommen, dass es sich hier um ein gutes Projekt und einen guten Kompromiss handelt und deshalb werden wir dies auch in einer Abstimmung in der Bezirksvertretung so unterstützen“, erklären die VertreterInnen von SPÖ, ÖVP, Grünen und die unabhängige Mandatarin abschließend unisono.